Texte zur Geschichte

In der Zeit des Nationalsozialismus

Goldener Spaten von 1940

Mit der Machtergreifung 1933 wurde die bisherige Vereinstätigkeit aufgehoben und die Kleingartenbewegung gleichgeschaltet. Die gewählten Vorstände wurden abgeschafft und stattdessen Vereinsführer und Blockwarte eingesetzt. Alle Kleingärtner waren im "Reichsbund der Kleingartenvereine Deutschlands" organisiert.

Im September 1933 mussten in den Vereinen der Stadtgruppe Treptow-Südost Mitgliederversammlungen durchgeführt werden, in denen die neuen Anweisungen an die Mitglieder bekannt gegeben wurden. Unter anderem wurde festgelegt:

  • Ab sofort ist der Verein im "Nationalsozialistischen Sinne" und nach dem "Führersystem" zu leiten.
  • In Versammlungen haben Debatten künftig zu unterbleiben.
  • Alle Entscheidungen werden künftig vom Vereinsführer allein gefasst.

Die Treptower Vereine wurden gemeinsam mit den Neuköllner Vereinen in 28 Blöcken organisiert. Zum Block 3 ( Kiefholzstraße ) gehörten die heute noch existierenden Vereine Kreuztal und Helmutstal. Der Block 16 ( Britzer Allee ) erfasste die Vereine Gemütlichkeit III, Harmonie, Holunderbusch, Kuckucksheim II, Lerchenhöhe, Lustige Brüder und Wochenend; die zuletzt genannten Vereine schlossen sich 1945 mit der "Gemütlichkeit III" zusammen. Im Block 19 ( Johannisthaler Chaussee ) waren die Vereine Lindenthal, Blumenhain, Gemütliches Heim, Goldweide, Hermanns Ruh, Neu Seeland und Späthswalde erfasst. Der Block 24 ( Späthstraße ) betreute die Vereine Felsenfest, Einigkeit II, Ober Damm, Eintracht und Holderbusch-Treidelweg.
Neben diesen organisatorischen Maßnahmen der Gleichschaltung aller Kleingärtner wurden in Vorbereitung auf zukünftige Maßnahmen der neuen nationalsozialistischen Regierung die Verdunkelungspflicht für alle Gebäude, einschließlich der Lauben eingeführt und regelmäßig kontrolliert. In allen größeren Kleingartenanlagen wurden Splittergräben und Unterstände angelegt, um bei Bombenangriffen einen gewissen Schutz zu haben.

Am 7.9.1941 fand der erste Luftangriff auf Berlin statt. Damit kam das Grauen des Todes von der Front auch in das Hinterland. Die Opfer in den einzelnen Kleingartenanlagen, ob durch die Bombenangriffe oder die gefallenen Soldaten an der Front, sind nicht in vollem Umfange belegt. Die Zahlen in einzelnen Vereins-Chroniken zeugen aber von der Grausamkeit dieser Zeit. Hervorzuheben ist aus dieser Zeit die Solidarität und die Hilfsbereitschaft der Kleingärtner untereinander.

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