100 Jahre Bezirksverband der Gartenfreunde Berlin-Treptow e.V.


An einem Tag, wie die Begehung eines Jubiläums, denkt man über kluge Dichterworte nach. Auf Anhieb fällt ein „Das Tun interessiert, das Getane nicht“ und ein anders „Wenn du nicht über die Zukunft nachdenkst, wirst du keine haben“.
Das erste ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass es spannender und notwendiger ist, das Gegenwärtige zu meistern als über das Vergangene zu sinnieren. Aber in einem Augenblick wie dem, in dem wir auf 100 Jahre Verbandsgeschichte schauen, ist es geraten, das Getane zu betrachten und sorgsam zu analysieren, um Anstehendes nachhaltiger zu bewältigen.

Das zweite hat sich der Bezirksverband der Gartenfreunde Berlin-Treptow e.V. auf seine Fahnen geschrieben, damit auch künftige Generationen ihr Bedürfnis stillen können, im Bezirk Treptow-Köpenick und in Blankenfelde-Mahlow zu gärtnern. Beides gehört zusammen: der Rückblick, die Gestaltung des Gegenwärtigen mit dem Blick nach vorn, um die Basis zu schaffen für die Zukunft.

Unser Verband kann eine beachtliche Bilanz seiner 100-jährigen Entwicklung vorweisen. Dafür gebührt allen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden Hochachtung und Dank. Dabei bleiben wir nicht stehen, vielmehr ist es uns als regsame Kleingärtner selbstverständlich, dass wir dem Grundsatz folgen: „Was erhalten werden soll, muss sich ändern. Die organisierte Treptower Kleingartenbewegung war stets eingebettet in widersprüchliche wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Entwicklungen Berlins, Treptows und Mahlow.

Als sich der Bezirksverband „Treptow-Süd-Ost“, am 14. Juni 1920 gründete, ging es vor allem darum, das parasitäre und demoralisierende Generalpächtertum zu beseitigen. Zugleich war es erforderlich, das Bedürfnis immer breiterer Kreise der Bevölkerung an einem Kleingarten zu befriedigen, neues Gartenland zu erschließen und die bereits eingerichteten Treptower Kleingärten zu erhalten und zu sichern.

Heute steht der Bezirksverband der „Gartenfreunde Berlin-Treptow e.V.“ vor ähnlichen Herausforderungen, allerdings unter sich rasant verändernden Bedingungen mit anspruchsvolleren Dimensionen und weit in die Zukunft reichenden Wirkungen.

Heute leistet das Treptower Kleingartenwesen, eingebunden in die sich verändernde Kleingartenbewegung Berlins, seinen Anteil für eine moderne Stadtentwicklung zur Ausgestaltung einer wohn- und lebenswerten Stadt, in der das Stadtgrün eine zunehmende Bedeutung gewinnt. Unser Verband kann dabei einen großen Erfahrungsschatz als Klientel kommunaler und städtebaulicher Politik einbringen.

Diese 100-jährigen Erfahrungen sind für die Lösung urbaner Probleme und des Stadtumbaus ein wertvoller Fundus.

GL

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