Der aktuelle Gartentipp

Die Bezirksgartenfachberaterin informiert

 

Tipps für die Sommerzeit

Da bereits der Mai und Juni viel zu trocken waren und am „Siebenschläfer“ auch  schönes Wetter war, stellt diese sehr lange und weiterhin zu erwartende Trockenzeit eine besondere Herausforderung bei den Bewässerungsmethoden an uns Gärtner. Der häufigste Fehler ist das oberflächliche Überbrausen der Pflanzen. Das sich auf den Blättern sammelnde Wasser wirkt bei Sonnenschein wie ein Brennglas oder rieselt herunter und verdunstet sofort wieder, ohne die Wurzeln zu erreichen. Deshalb sollten einige Grundregeln unbedingt beachtet werden:

  • erst gießen, wenn die oberste Bodenschicht ausgetrocknet ist; dann aber min. 10-20 l pro qm langsam rieselnd in den Boden eindringen lassen, möglichst ohne die Blätter zu benetzen, d.h. besonders Einzelpflanzen gezielt bewässern und zwar gründlich in den Wurzelbereich,
  • Hacken in den Beeten unterbricht die Bodenkapilaren, weniger Wasser aus den Tiefen kann verdunsten und der Boden bleibt länger feucht (unbedingt vor dem Mulchen)
  • Mulch unterstützt die Bewässerungsmaßnahmen, der Boden bleibt lange feucht und Wildkraut hat weniger Chancen; jeder angetrocknete, möglichst samenfreie Rasenschnitt, Rhabarber-, Beinwell- und/oder Brennesselblätter u.ä. können noch jetzt als Mulchschicht verwendet werden.

Unbestellte Beete und leere Baumscheiben, d.h. der nackte Boden sollte in unseren Gärten nicht zu finden sein. Eine Gründüngung kann eingesät werden (bewährte haben sich Ackerbohnen, Lupine, Buchweizen, Luzerne, Saatwicke sowie ganz besonders Phacelia/Bienenweide), welches in relativ kurzer Zeit sehr viel organische Substanz liefert. Auch Eissalat, Kohlrabi, Grün- und Palmkohl haben noch bis Anfang August Pflanzsaison (Boden bitte auch mulchen). Unter den Tomaten kann man gut Feldsalat ansäen als Bodendecker für die Herbsternte.

Angesichts der seit Jahren beobachteten Klimaentwicklung empfehle ich, über eine Tröpfchenbewässerung nachzudenken. Alljährlich preiswert angebotene Sickerschläuche bei Discountern zum Eingraben bzw. direkt auf dem Boden im Wurzelbereich verlegt, sind vielleicht ein Einstieg, bevor man kostspieligere Anlagen vom Fachhandel mit Pumpen, Zeitschaltuhren usw. installiert.

Es empfiehlt sich, nach der Ernte die Beerenfruchtsträucher zurückzuschneiden bzw. auszulichten. Gleiches gilt für Steinobstbäume. Fallobst sollte regelmäßig vom Boden aufgelesen werden, um die Gefahr um sich greifender Pilzinfektionen sowie das Verpuppen von Schädlingen erheblich zu reduzieren. Wenn man madiges Fallobst einige Tage in einem Wassereimer liegen lässt, kann man es sogar kompostieren.

Beim Kernobst können im Juli/August die Wasserschosse entfernt bzw. ein Grünschnitt vorgenommen werden (s. Schulungsplan 11.08.2018 10.00 Uhr KGA „Parkstraße“).

Hier ein Hinweis auf die Internetseite des Pflanzenschutzamtes Berlin, wo Sie alle zwei Wochen die Bedingungen für unseren lokalen Berliner Raum finden mit wertvollen Tipps zum Pflanzenschutz im Gartenbrief:

Gartenbrief Pflanzenschutzamt

Ich wünsche allen Lesern dieser Seite eine wunderschöne, erholsame Urlaubszeit vielleicht im Garten und freue mich auf ein Wiedersehen bei einer Schulung, einer Gartenbegehung oder einer Wettbewerbsbesichtigung.

Marianne Lach-Diehl
Stellv. Vorsitzende für Gartenfachberatung/Schulungen