Der aktuelle Gartentipp

Die Bezirksgartenfachberaterin informiert

 

Gute Vorbereitung auf die Gartensaison beginnt bekanntlich am Jahresanfang

Allen Lesern dieser Seite wünsche ich ein glückliches und friedliches 2022 bei bester Gesundheit. Den einzigen Weg, den wir regelmäßig und ohne große Einschränkungen unter Corona-Bedingungen gehen konnten und können, ist der Weg in unseren Kleingarten. Also nutzen wir diese Möglichkeit mehr den je und können so bewusster sehen und erleben, wie sich die Natur zu allen Jahreszeiten entwickelt.
Damit unsere Obstbäume genügend Regen und Nährstoffe abbekommen, sollten wir endlich grasfreie Baumscheiben schaffen, denn auch die Bäume leiden mehr und mehr unter den Bedingungen des Klimawandels. Ich empfehle bei frostfreiem Wetter jetzt vorsichtig die Grasnarbe zu entfernen und eine dünne Kompostschicht gemischt mit Gesteinsmehl aufzubringen. Das Bodenleben wird aktiviert und die Widerstandsfähigkeit der Bäume durch die Nährstoffaufnahme zum Frühjahresbeginn erhöht. Die abgetragene Grasnarbe kann auf den Kompost oder bei der Vorbereitung der Hochbeete mit der Wurzel nach oben entsorgt werden und liefert gleich neue Nährstoffe beim Verrotten. Die Baumscheibe kann später mit blühenden Flachwurzlern, wie Tagetes, Hornveilchen, Vergissmeinnicht u. ä. bepflanzt werden. Sie bildet schöne Farbtupfer im Rasen mit Nahrung für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln & Co. und dient der Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt im naturnahen Garten. Nicht vergessen bei der Gelegenheit gleich die restlichen fauligen Fruchtmumien von Bäumen und Sträuchern zu entfernen, um den Befallsdruck mit Moniliafruchtfäule bei der kommenden Ernte zu verringern.

Lange Trockenphasen gefolgt von kurzen intensiven Starkregenfällen werden uns auch in den kommenden Jahren begleiten, so dass wir unseren Nutzgarten zum „Versuchsfeld“ erklären sollten. Welches Gemüse hat sich in den letzten drei Jahren bewährt und welches ist so gar nicht mit dem Wetter zurecht gekommen.

Wurzel- und Zwiebelgemüse mit tieferen Wurzeln kommen meist besser klar, als Radieschen und Salat mit kurzer Vegetationszeit. Auch dauerhaftes Gemüse, wie Winterheckenzwiebeln, Ewiger Kohl oder Baumspinat sind echte Alternativen, ersparen Arbeit, sind robust und genügsam. Pastinaken haben sich als altes Wurzelgemüse bewährt. Auch Lauch ist ein treues Gemüse in Trockenzeiten, da die genannten Sorten zum Lauch gehören.

Ende März können Sommersorten (z.B. Bavaria) gepflanzt werden, gefolgt bis Mitte Juli von Herbstsorten (wie Lancelot) und ab Ende Juli bis Anfang August Wintersorten (z.B. Forrest). Ab Anfang März können auch Puffbohnen angebaut werden, die bei extremen Kälteeinbrüchen wie auch der Lauch mit Vlies geschützt werden können. Buschbohnen gedeihen nach den Eisheiligen auch gut, benötigen aber mehr Wasser, deshalb empfehle ich die trockenheitstolerante Sorte „Sanguigno 2“.

Minisorten von Zucchini, Kürbissen und Paprika kommen mit trockenen Phasen besser klar als großfruchtige, wobei Passionskürbisse bessere Erträge zeigen als der eher bekannte Hokkaido. Viel Erfolg beim Experimentieren!

Bitte nutzt die Gelegenheit der Weiterbildung z.B. beim Obstbaumschnitt am 16.01.2022 um 10.00 Uhr in der KGA „Treptow s Ruh“ im Klimaschaugarten. Besonders neue Gartenfreunde lade ich herzlich zur Einführungsveranstaltung am 19.02.2022 um 11.00 Uhr im Schulungszentrum des BV Treptow, Friedrich-List-Straße 2 B, 12487 Berlin oder online über Microsoft Teams ein (je nach aktuellen Bedingungen zur Eindämmung des Corona Virus).

Marianne Lach-Diehl
Stellv. Vorsitzende für Gartenfachberatung/Schulungen