Der aktuelle Gartentipp

Die Bezirksgartenfachberaterin informiert

 

Spätsommertipps 2021

Da die Augusttage in diesem Jahr durchschnittlich zu kalt sind (besonders in der Nacht) und es hin und wieder zu Regenfällen kommt, ist mit einem starken Pilzbefall zu rechnen. Kraut- und Braunfäule an Tomaten sollte konsequent von Anbeginn durch auspflücken und vernichten der befallenen Blätter/Früchte (nicht auf dem Kompost) reduziert werden. Gleiches gilt für fauliges Obst direkt an den Bäumen, besonders bei zu dichtem Fruchtbehang. Es sollte zeitnah ausgepflückt  bzw. aufgesammelt und abgedeckt kompostiert oder die Erdlöcher vergraben werden, damit der Befallsdruck reduziert wird und die Regenwürmer und sonstige Bodenlebewesen noch davon profitieren können. Sämtliches Fallobst sollte regelmäßig aufgesammelt werden, um Waschbären, Ratten und sonstige Süßmäuler nicht anzulocken. Zweige, die mit dennoch schwer mit Früchten behangenen sind, sollten unbedingt abgestützt werden, damit weiteres Wachstum, Regen und Wind nicht zum Astbruch führen und somit zum Verlust der Ernte.  

Nach der Ernte von Johannisbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Süß- und Sauerkirschen, sollten diese zurückgeschnitten werden. Auch Pflaumen und Äpfel können einen Sommerschnitt vertragen, vor allem starkwüchsige Bäume. Die Äste können geschreddert und gemischt mit Laub und Rasenschnitt als gutes Material zum Mulchen sowie für den Kompost als Holzanteil verwendet werden. Nach der Gemüseernte sollten wir unbestellte Beete nicht brach liegen lassen, sondern Gründünger, wie Phaselia usw., aussähen oder mit einer Mulchschicht abdecken. Besonders leckere Tomatensorten, Zucchini und Gurken sollte man zur Samengewinnung für die kommende Saison notieren und die bei ausgereiften Früchten gleich die Samen dafür gewinnen und trocknen.

Über den Sommerschnitt können sich alle Interessierten persönlich informieren am 21.08.2021 ab 10.00 Uhr bei einem praktischen Obstbaumschnittseminar im Klimaschaugarten der KGA „Treptow’s Ruh“, Köpenicker Landstraße 65. Wir bitten um Anmeldung über die Website des Bezirksverbandes Treptow www.gartenfreunde-treptow.de, mail@gartenfreunde-treptow.de oder telefonisch unter 030 5301 941, wegen begrenzter Teilnehmerzahl, FFP2-Masken bitte nicht vergessen und Abstand von 1,50m bitte einhalten.

Wenn die Erdbeerpflanzen drei Jahre alt sind, werden die Früchte meist kleiner und der Ertrag wird geschmälert, so dass ein neues Beet bis Mitte August angelegt werden sollte. Für einen guten Fruchtansatz ist Voraussetzung, dass der gelockerte Boden gut vorbereitetet ist mit Kompost (3 l/m²), das Herz der neuen Pflanzen knapp über dem Boden sitzt und mindestens 4 Jahre keine Erdbeeren dort gestanden haben. Wer die Arbeit bei einer zu reichhaltigen Ernte und Verarbeitung scheut, sollte sich für mehrfachtragende Sorten entscheiden, die bis in den Herbst hinein geerntet und genascht werden können.
Im Pflanzenschutz sollte man weiterhin die Beete nach Schnecken, Raupen, Eigelege von Kohlweißlingen u.v.a.m. absuchen und entfernen. Verzichten Sie auf die chemische Keule, denn sie ist nicht notwendig für den Eigenbedarf. Gezielte Pflanzenstärkung und Düngung mit Brennessel- oder Beinwelljauche stärken die Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlingsbefall, schonen die Umwelt und dienen der Erhaltung der Artenvielfallt.

Marianne Lach-Diehl
Stellv. Vorsitzende für Gartenfachberatung und Schulungen